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Windows 8 – In „Touch“ mit einer neuen Ära

Dienstag, 06. November 2012

Seit nunmehr zwei Wochen ist Windows 8 offiziell für jedermann zu kaufen bzw. zu aktualisieren. Wir haben als Microsoft Partner schon vor etwas längerer Zeit begonnen, uns mit Sinn und Unsinn dieser neuen Generation – oder wie es Microsoft nennt: Ära –  zu beschäftigen. Seitdem nun auch Office 2013 in einer finalen Version erhältlich ist, macht das Bloggen durchaus Sinn.

Update auf Windows 8

Das Update auf Windows 8 von Windows 7 habe ich auch meinem Laptop mit wenig Problemen hinbekommen. Die wesentlichen Treiber waren sofort da, lediglich WLAN und UMTS Karte, sowie einige Chipsatztreiber mussten noch nachinstalliert werden. Bei einem dieser Geräteunterstützer habe ich wohl Pech gehabt, denn es gibt hin und wieder mal einen Blue Screen. Dieser sieht aber auch schick aus und weist mich höflich darauf hin, dass irgendein Gerät das Energiemanagement von Microsoft entweder nicht verstehen will oder kann:

 

 

Fairerweise muss ich zugeben, dass dieser Fehler auch schon auf meiner Windows 7 Welt hin und wieder ans Tageslicht kam, hängt vermutlich an einer Netzwerkkomponente. Da ich allerdings so oft (außer unterwegs) den „Power State“ nicht wechsle und es eigentlich bei bewusstem Einsatz der Stromanbindung immer gut klappt, schere ich mich darum jetzt mal nicht. Schließlich könnte ich mir ja nach 3 Jahren auch endlich mal ein neues Laptop gönnen. Da meines aber immer noch „Up2Date“ ist, sehe ich das irgendwie nicht ein, zumindest nicht wegen einer Energiewidrigkeit.

Ein Update war übrigens bei meiner Maschine nicht möglich, war mir aber gerade recht, konnte ich so mal mit einigen Altlasten aufräumen. Den alten Rechner habe ich schnell mal eben zu einer virtuellen Maschine konvertiert (Man weiß ja nie….) und dann habe ich mich ans Installieren gemacht. Natürlich erst einmal mit der „falschen“ Version, dem ohne Media Center drauf, aber den gibt es glücklicherweise nun auch als Download Feature Produkt.

Erste Eindrücke

Nach nun erfolgter Installation (ca. 1 Stunde) gab es viel Neues zu entdecken und auch einiges zu vermissen. Der „Start Button“ fehlt! Die erste Verwunderung war nicht groß, da ich ja bereits geimpft war. Aber man erschrickt trotzdem irgendwie, wenn „unten link“ eine leere Taskleiste anspringt. Microsoft opferte den Button ja der neuen „Touch“ Philosophie, von der wir als Microsoft Partner auf dem entsprechenden Kongress einiges erfahren durften. Jeder Button-Abhängige hatte die Chance, sich einen echten „Start-Button“ (also einer, den man an Textilien anstecken kann) von den entsprechenden Referenten zu ergattern. Auch die 7 (waren es so viele?) Phasen der Eingewöhnung für dieses Konzept hatte ich nach einigen Tagen überstanden. Die Phasen gehen übrigens von Entsetzen bis Akzeptanz, mit allen möglichen emotionalen Zwischenschritten. Da ich nicht „Lieschen Müller“ oder „Max Maier“ heißte und mein Arbeitsleben der Sachbearbeitung verschrieben habe (nichts gegen diesen Berufsstand!) kam ich schnell zurecht, fragte mich aber immer während, ob es den eben genannten Rollenmitgliedern ebenso ergangen wäre.

Ich kam zum Schluss, dass ich diese Frage erst einmal zurückstellen muss. Schließlich wird Windows XP noch bis Mitte des nächsten Jahres von Microsoft offiziell unterstützt und bei so manchem Großkunden wird es bestimmt wieder „Support Deals“ für die Zeit danach geben – wie schon zu NT4 Zeiten. Die Nachfolger werden demnach noch „ewig“ verfügbar sein. Also muss schon ein gewaltiger Nutzen her, damit das Zielpublikum „Geschäftskunde“ auch wirklich auf die „2 Device“ Strategie aufspringt. Ein Ansatz könnte tatsächlich sein, die private Smartphone, Tablet und PC Welt mit der geschäftlichen geschickt zu verbinden.

Und genau das ist Microsoft ziemlich genial gelungen wie ich finde. Das Microsoft im Betriebssystem schon seit x Jahren Benutzerkonten verwalten kann, ist kein Geheimnis. Das diese Verwaltung bei den bisherigen Branchenkönigen des Tablets aktuell noch fehlt (Android versucht sich mit Version 4.2 allerdings nun dran), ist sicherlich ein wichtiger Faktor für diese Betrachtung. Somit ist es mit vom Smartphone über das Tablet bis hin zum PC möglich, meinen Privatkram vom Rest sauber zu trennen. Wenn ich dann auch noch „Skydrive“ mit unglaublichen 7 GB kostenfreiem Datenfriedhof nutze, bin ich perfekt aufgestellt auf allen Formfaktoren dieser Welt – und immer synchron. Datenschutz und ähnliches blende ich privat mal aus, schließlich nutze ich auch Facebook. Hier sei angemerkt, dass ich Microsoft meine Daten sehr viel lieber anvertraue als Google oder Facebook. Warum? Nicht weil die Ihre Rechenzentren in einem anderen Teil der USA hätten (haben Sie nicht), sondern weil ich Microsoft für seriöser halte. Aber wie gesagt, ist eh egal, Daten liegen überall, aber halt nicht alles und auch nichts verwerfliches.

Hardware

A propos Formfaktoren: Mein altes Sony VAIO glänzt zwar durch grundsätzliche Funktionalität unter Windows 8, die schöne heile Touch Welt bleibt mir allerdings verborgen. So kann ich zwar mit dem Besuchergeschenk des Microsoft Partnerkongresses schön seitwerts scrollen (gemeint ist die neue Microsoft Maus speziell für Windows 8), muss dazu aber wieder ein neues Gerät in die Hand nehmen. Richtig cool wäre gewesen, wenn Microsoft meine integrierte Webcam angezapft hätte und meine Gesten darüber als „Touch“ interpretiert hätte. Bei der Spielekonsole geht das doch auch, also bitte! Als ich in der Woche des Erscheinungstermins von Windows 8 dann auch noch den ALDI Prospekt in den Händen hielt, war mir ein Fazit klar: Leute, macht kein Windows 8 auf einen klassischen Formfaktor drauf! Wer ein neues Gerät kauft, nimmt bitte – wenn Windows 8 ein Thema ist – eines der neuen Formfaktoren bitte. Da gibt es viele: „Slider“, „Dreher“, „Stecker“ usw. (die letzten beiden Begriffe entstammen von mir). Gemeint sind Geräte mit Touch, die durch entsprechend leichte Umbaumaßnahmen vom Tablet zum Laptop und zurück gemacht werden können. Dann – und meiner Meinung nach nur dann – habe ich den vollen Nutzen unter Windows 8. Und vor allem habe ich dann die 2 Geräte Strategie zum Greifen nah.

2-Geräte Strategie

Mich nervt es tagtäglich Besitzer eines „Samsung Galaxy Apple I Dings Abklatsch“, eines Windows Phone 7.0 (HTC HD) und eines Sony VAIO zu sein. Wenn da nicht die zentrale Storage wäre, würde ich an der Datenredundanz verzweifeln. Ich träume von einer Welt, in der ich ein Telefon und ein Arbeitsgerät habe, möglichst mit gleichen Inhalten, hoher Sicherheit und hohem und vor allem gleichen Bedienkomfort. Ooops, auch Microsoft hatte diesen Traum. Ein erster absoluter USP (Unique Selling Point) für Microsoft.

Sicherheit

Weil gerade das Stichwort Sicherheit fiel: Ich bewundere alle Android und Apple Anwender schon lange. Kürzlich hat mir ein Bekannter gezeigt, wie toll er mit seinem IPad auf Unternehmensdaten mittels VPN App und irgendwelchen anderen Apps zugreifen kann. Auch ich lies mich kurz von der Einfachheit blenden und im nächsten Moment waren Sie da… Zweifel. Wer oder was stellt denn nun sicher, dass die mühevoll per VPN verschlüsselten Daten nicht von irgendeiner anderen App auf dem Gerät selbst abgeholt und weiterverschickt werden? Selbst das Anfertigen eines „Screenshot“ können die Geräte ja mittlerweile betriebssystemunterstützt. Gut, bei Apple wachen strenge, aber geldgetriebene Gesetzeshüter über App „Sein oder nicht sein“, aber hilft mir das als Nutzer von sensiblen Daten wirklich? Spätestens Android (viele kennen das unter dem Namen Google besser) macht vor, wie es garantiert nie Business-fähig wird: Der Einsatz sollte in Deutschland unter datenschutzrechtlichen Aspekten im geschäftlichen Umfeld eigentlich untersagt werden. Denn: Niemand kontrolliert und wacht über die Apps. Die Naivität der Anwender und die Einfachheit der Installation über schicke „Stores“ erledigt den Rest.

Sicherheitskonzepte für die „Bring your own device“ Mentalität in Unternehmen gibt es kaum, keine IT Abteilung traut sich so recht ran, denn spätestens beim mittleren Management wird der Druck haushoch, die Dinger doch behalten zu dürfen. Auch Microsoft Referenten berichten oft und gerne über das Thema: Vor einigen Jahren kamen die Laptops auf. Mittlerweile haben Sie als Formfaktor nahezu den klassischen PC verdrängt. Laptops, Notebooks oder in Intel-Deutsch Ultrabooks haben eine entscheidende Eigenschaft: Mobilität. Überall und immer kann es eingeschaltet werden und es kann frohlockend gearbeitet, gespielt oder gezockt werden, bis der Akku leer ist oder die ICE Steckdose den Geist aufgibt. Erst heute wieder beobachtet: Ein Kollege hier im Zug war munter am Tippeln von irgendwelchen – sicherlich wichtigen – Daten in Word und Excel. Der Harndrang unterbrach diese Arbeit und er machte sich auf in das 1,5 Wagons entfernte WC. Glücklicherweise war es nicht besetzt und er war in knapp 2 Minuten zurück (ob das fürs Hände waschen gelangt hat?). In dieser Zeit hätte ich unbehelligt seinen nicht mal gesperrten Arbeitsplatz infiltrieren oder besser noch – entwenden können. Aber er dachte sich wahrscheinlich: Mein Gerät ist eh nicht verschlüsselt, wozu also abschließen? Ist ungefähr genau so wie: Ich schließe mein Auto nicht ab, ohne (Zünd-)Schlüssel kommt der Dieb eh nicht weit. Trotzdem: Würden Sie Ihr Auto nicht abschließen?

Jedenfalls meinte der Microsoft Referent in Anlehnung an diese – wie ich finde – sehr nette Anekdote, dass Microsoft schon seit Windows XP einen Schließ- und Tresormechanismus namens „Bitlocker“ eingebaut hatte. Viele Firmenkunden mit mobilen Mitarbeitern forderten dies ein, bzw. Ihre verantwortungsbewussten IT Administratoren taten es. Aufgrund dieses Drucks baute Microsoft es dann auch ein. Nun war die Denkweise plötzlich: „Nice to have“. Kaum einer hat die Verschlüsselung aktiv, die so vielen Spionen den Datenklau hätte so erschweren können. Auch eine Erkenntnis von Microsoft. Aber Sie schalteten es nicht ab oder entwickelten es deshalb nicht mehr weiter, sie blieben hier am Ball.

Und mit dem Windows 8 Konzept ist meiner Meinung nach nun das Zeitalter endgültig gekommen, in dem die Menschen nach dem ersten Daten-GAU bei Google oder Apple sich nach einer Verschlüsselung sehnen werden. Eine Verschlüsselung, die auch vor den Smartphones nicht Halt macht (oder glauben Sie, dass ein gefundenes IPhone nicht auch schöne Daten enthalten kann!?)  und verwaltbare Geräte, vom kleinsten bis zum größten Formfaktor.

Verwaltung

Hier hat Microsoft schon seit jeher einen absoluten Vorsprung. Gruppenrichtlinien, Active Directory Verzeichnisdienst und die damit verbundenen Möglichkeiten sind enorm. Bislang aber leider nur für den PC, das Laptop und den Server. Nun wird diese Verwaltbarkeit auch auf die komplette Windows 8 Welt ausgebreitet. Somit wird auch dem dritten – bislang nicht genannten Konkurrenten – schwarz vor Augen, im wahrsten Sinne des Wortes . Blackberry befindet sich nun aber schon seit längerem nicht mehr in einer besonders guten Ausgangslage, hatte aber seine Vorteile bislang immer im Bereich der Sicherheit. Dieser Vorteil ist nun auch weg, Bahn frei für Microsoft.

Fazit

Es gibt sicherlich noch 1000 andere Dinge über Windows 8, die Gesellschaft in Bezug auf die neuen Möglichkeiten in der IT und über die Rolle von Apple & Co. zu philosophieren. Dies folgt dann sicherlich mal in einem 2. Teil über die Generation „Y“.