Unternehmen als Service (Business as a Service)
Im Zeitalter multimedialer und immer grenzenloser Möglichkeiten des Handels werden neuartige Konzepte zur Betriebsführung und Betriebsgründung immer wichtiger und notwendiger. Gerade Begriffe und Konzepte wie „Entrepreneurship“ prägen neue Geschäftsgründungen und Ausrichtungen.
Die Möglichkeit, professionelle Komponenten und Dienste zu einem sinnvollen und effizienten Ganzen „zu komponieren“ hat auch Günter Faltin in seinem Buch „Kopf schlägt Kapital“ eindrucksvoll und fundiert beschrieben. Seine bzw. in diesem Buch aufgeführten Thesen beschäftigen sich mit der Annahme, dass jeder Mensch ein Unternehmer sein kann und es gilt, althergebrachte und überlebte „Konventionen“ zu überdenken.
Für die Gründung eines Unternehmens auf Basis einer gut durchdachten und kreativen Idee benötigt es oft kein oder nicht viel Kapital, da die dafür benötigten Komponenten (z.B. Bürodienstleistungen, Verkaufsplattformen, Versand und Logistik usw.) immer mehr und immer professioneller von effizienten Einheiten (Unternehmen) angeboten und „nach Aufwand“ abgerechnet werden.
Die Informationstechnologie beschäftigt sich seit Jahren mit Begriffen wie „Software as a Service“. Hier hat der Unternehmer bzw. die Person die Möglichkeit, gewisse Softwarefunktionen oder Anwendungen auf Mietbasis oder anderen Abrechnungsmodellen zu nutzen.
„Business as a Service“ (BaaS) geht hier einen Schritt weiter. Ein Unternehmensgründer benötigt neben vielen einzelnen Softwarekomponenten (z.B. CRM, ERP, Kommunikationsanwendungen, Korrespondenz- bzw. Büroanwendungen) auch noch Dienstleistungen und Serviceangebote. In den konservativen Ansichten zur Gründung eines Unternehmens wird gefordert, dass der Gründer über fundiertes Wissen in Bereichen der Betriebswirtschaftslehre, dem Rechnungswesen oder beispielsweise dem Steuerrecht verfügt. Dies stellt bei vielen Gründungswilligen dann auch eine hohe Schwelle dar, die dann noch um die (veralteten) Ansichten von Bedenken- oder Kapitalträgern erhöht werden kann.
BaaS bietet neben den bereits bestehenden Konzepten und Dienstleistungen der „as a Service Generation“ eine Zusammenführung der einzelnen, professionellen und skalierbaren IT Produkte in ein Komplettpaket. Diese Komponenten lassen sich wie folgt gliedern:
- Software für das Kundenbeziehungsmanagement (CRM)
- Unternehmensressourcenplanung und Verwaltung (ERP)
- Kommunikationssoftware (CTI, VoIP, Maildienste)
- Klassische Büroanwendungen (z.B. Tabellenkalkulation, Textverarbeitung)
- Unterstützung diverser Verkaufskanäle (z.B. Webshop, Online Portale, Auktionen)
- Anbindung an Logistik- bzw. Versanddienstleistungsunternehmen
- Funktionen zur Unterstützung automatisierter bzw. überwachter Arbeitsabläufe („Workflows“)
Darüber hinaus werden dem Gründer optionale Dienstleistungen angeboten, welche sich vor allem aus folgenden Bereichen zusammensetzen können:
- Betriebswirtschaftliche Dienstleistungen (z.B. „Business Process Modelling“ / Geschäftsprozessberatung)
- Dienstleistungen bzgl. der Finanzierung und des Kapitals (z.B. Steuerberatungsdienstleistungen)
- Rechtsberatung
- Buchhaltung (Lohnbuchhaltung, Rechnungswesen)
- Verwaltung / Sekretariat (Anrufannahme, Anrufbearbeitung)
BaaS zeichnet sich demnach durch eine schnelle, unkomplizierte und finanziell attraktive Bereitstellung von unternehmerischer Basisleistung aus. Die Einrichtungskosten sind aufgrund des möglichen, hohen Standardisierungsgrades aller Komponenten gering. Die Folgekosten bzw. zyklischen Belastungen sind meist durch den benötigten Modulumfang und die Anzahl der Transaktionen oder Mitarbeiter abhängig. BaaS ermöglicht dem neuen oder auch bestehenden Unternehmen eine skalierbare und effiziente Plattform und erzeugt den für den eigentlichen Ideenprozess notwendigen unternehmerischen Freiraum.
